Klangwelten in der Natur

Wer schon einmal aus irgendeinem Grund ganz ohne Gehör durch die Gegend spazierte, wird gemerkt haben, dass wir alles ohne Töne, Musik und Klänge ganz anders wahrnehmen.
Die Welt scheint eine andere zu sein, wenn keine Bienen summen, Vögel zwitschern, Bäche plätschern oder Autos quietschen. Man bemerkt den Signalton nicht, wenn man die Karte falsch durchs Kartenterminal geschoben hat, hört kein aufkommendes Gewitter und die Passanten nicht sprechen oder lachen. Menschen, die gehörlos geboren wurden, kennen die Welt nicht anders und wissen nicht, dass das Plissee am Dachfenster beim Öffnen kaum Geräusche macht. Doch für uns wäre die Welt ohne Gehör eine völlig andere. Umso wichtiger ist es, das Gespür dafür wieder zu entfachen und dankbar für die Sinneswahrnehmung zu sein. Helfen kann z.B. ein Summstein. Dieser Stein, der seiner Form nach einem Monolithen ähnelt hat eine Aushöhlung, die als Summloch bezeichnet wird. In diese steckt man seinen Kopf und atmet tief ein und summend wieder aus. Der Summton erzeugt Resonanzen im Stein und es kommt zu Vibrationen, die sich auf den ganzen Körper auswirken. Abhängig ist dieses Gefühl, das sich wie ein Kribbeln anfühlt, von der jeweiligen Tonlage. So können übrigens auch gehörlose Menschen Töne wahrnehmen. Die Steine sollen die Sinneswahrnehmung fördern und sind in zahlreichen entsprechenden Parks zu finden. Man soll die Umwelt und sich anders und bewusster wahrnehmen.

Macht man Urlaub in einem Wellnesshotel auf Usedom, kann man im Naturpark des Lassaner Winkels auch an Workshops teilnehmen. Bei diesen achtet man auf seine jeweilige Stimmung an unterschiedlichen Naturplätzen, woraufhin man Musik mit Instrumenten oder Elementar-Instrumentarien (Bambusflöten, Klangschalen, Schlagzeug…) improvisiert. Man achtet sozusagen darauf, wie ein bestimmter Ort auf den eigenen Körper und die Seele wirkt und welche Beziehung man zu ihm aufbaut. Die hörbare Reise geht weiter, z.B. ins Elbsandsteingebirge, nach Rathen wo man auf der Klangterrasse die Komposition einheimischer Künstler hört. Abgespielt werden diese durch Lautsprecher, die sich in Säulen rundherum befinden. Da die einzelnen Musikbestandteile auf getrennte Lautsprecher übertragen wird, fügen sie sich je nach Sitzposition anders zusammen, sodass man sich wie mitten in einem Orchester fühlt. Hören Sie also mal wieder auf Ihre Ohren!

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